Stadt Forenza

Geschichte und Traditionen

Geschichte von Forenza


Forenza befindet sich im Tal von Bradano, im Norden des lukanischen Apennins im Gebiet des Gebirgsmassivs Vulture, das direkt an Apulien grenzt, weshalb Forenza und Apulien einige gemeinsame kulturelle Eigenschaften besitzen. Im 9. Jh. wurde Forenza Teil des Territoriums Apuliens und gehörte somit nicht zum Fürstentum Salerno, das beinahe das gesamte Gebiet des alten Lukaniens umfasste. Die Ortschaft ist 800 Meter über dem Meeresspiegel auf einem entzückenden Hügel gelegen, von dem aus man einen herrlichen Blick auf das flache Tal im Westen Apuliens, das Tavoliere, bis hin zum dicht bewaldeten, hügeligen und ins Meer ragende westliche Gebiet Gargano und Vulture hat. Die heutige Stadt ist nicht dieselbe, auf die sich Diodorus Siculus, Livius, Plinius und vor allem Horaz in den Versen „arvum pingue tenent humilis Ferenti“ beziehen. Deshalb ist lediglich der Name des Städtchens Erbe der alten Römerstadt Forentum, nicht aber der Ort selbst. Die Stadt, die während der Langobardenherrschaft zum Gastaldia von Acerenza gehörte, war später unter den Normannen ein Lehen. Später gehörte sie der Familie Pagani, dann den Anjous, die Forenza der Familie Caracciolo übergaben. Die Stadt gehörte später den Habsburgern, die sie an die Familie Doria übergab, die den Staat Melfi bis zur Abschaffung des Lehnswesens regierte. Die Stadtplanung von Forenza ähnelt der typischen Stadtplanung der Akropolis: Sie ist auf einer Hocheben gelegen wie andere bedeutsame Städtchen des Tals. Die ersten Schriften über eine erste Siedlung gehen auf das 10. und 11. Jahrhundert zurück. Zu dieser Zeit wurde das Stadtbild, wie in den anderen Ortschaften der Basilicata, vom Schloss, das in Forenza in der Mitte der Hügelkuppe lag (die heutige Piazza Regina Margherita), und der Kirche Santa Maria dei Longobardi (das heutige Gebäude des Kindergartens in via Santa Maria) dominiert. Im Laufe der Jahrhunderte erfuhr das Schloss tiegreifende Veränderungen, so dass es den Großteil seiner Wirkung als urbanistischer Schwerpunkt verlor, bis es schließlich völlig verschwand; heute dominieren das Städtchen die Kirche San Nicola und die Kirche Maria SS., die später erbaut wurde. In Forenza findet man eine Reihe von Vierteln, die in verschiedenen Epochen erbaut wurden. Diesen verschiedenen Bauepochen entsprechen verschiedene morphologische Strukturen, die ringförmig auf der Hügelkuppe verlaufen. Die Altstadt ist in drei Gebiete geteilt: die Hügelkuppe, die heute der Länge nach via San Nicola entspricht, die höchste Fläche der Hügelkuppe, die die erste ursprüngliche Siedlung begrenzt, die auf das Hochmittelalter zurückgeht; der erste Teil des südlichen Hangs unter der Hügelkuppe, wo sich die mittelalterliche Stadt hinter der Festungsmauer befindet; und der dritte Teil auf halber Höhe mit Gebäuden aus dem 17. und 18. Jahrhundert außerhalb der Festungsmauer. Die Stadt ist von sehr unregelmäßigen und engen Straßen und Steigungen und kleinen Plätzen geprägt. Insgesamt ergibt dies einen merkwürdigen optischen Effekt. Genau durch diese Struktur kann man die wichtigste Eigenschaft dieser kleinen mittelalterlichen Stadt erkennen, die alle Bausteine der materiellen landwirtschaftlichen Kultur aufweist. Vor allem ist der Stil der Bauwerke mit einem einfachen und praktischen Leben verbunden. Bummeln Sie durch die kleinen Gassen, die plötzlich in Sackgassen enden können oder einfach einen wunderbaren Blick über die Landschaft bieten. Der größte Teil der Mauer der Anjou aus dem 13. Jahrhundert ist noch zu sehen. Die Türme sowie die wichtigsten Stücke der Mauer und die Terrassierungen sind unbeschädigt erhalten geblieben, und sind Teil der Gebäude von Salita Calvario, von Via dell’Arco, Vico Tre Santi, Via Tre Santi et Corso Umberto I.

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